Past performance do not indicate future results
Past performance is no guarantee for future results
Heißt, dass die Vergangenheitsperformance Rendite, Zinsen keine Zukunftserträge garantiert oder prognostiziert.
Dies ist allen geläufig, die die Risikohinweise bei einem Investment gelesen haben.
Aber genau das passiert, wenn es darum geht, sich bei Anlagen zu entscheiden und zu positionieren.
So sind alle Renditen, die als Grundlage für die Kalkulation von Rentenversprechen genommen worden aufgrund der hervorragenden Performance der letzten 25 Jahre für die Zukunft gemacht worden, ob es sich um Aktien, Sparpläne oder Pensionszusagen oder Betriebliche Altersvorsorge handelt.
Der S&P 500 hat seit 1982 bis heute eine durchschnittliche Rendite von ca. 14% p.a.
in 1982 haben Aktien ca 6% Rendite aus Dividenden abgeworfen, 2/3 der Rendite bei Aktien ist die Dividende. Jetzt gibt es im S&P 500 noch 1,8% Rendite. Wenn Aktien aber wieder diese großartigen Renditen von 6% aus Dividenden abwerfen sollten, müssen die Aktienkurse massiv fallen und damit auch die zu erwirtschaftenden Renditen, denn der Kursverlust wird als Minus in die Rendite mit einebzogen.
Die Anleihen in US$ haben ca. 10% pro Jahr im Durchschnitt der letzten 25 Jahre abgeworfen So waren die Coupons in Anleihen in 1982 bei ca .14%; durch die sinkenden Zinsen sind die Anleihenkurse gestiegen. Dadurch haben die Anleihen meist noch einen netten Kapitalgewinn abgeworfen. Die sinkenden Zinsen waren auch die Triebkraft für die steigenden Aktienkurse und sinkenden Dividendenrenditen. So ist es für einen Investor heute bei der Wahl zwischen Aktien und Anleihen ein Renditenunterschied von 3% zugunsten der Anleihen (2% Dividendenrendite in Aktien und ca. 5% in Anleihen). So ist es wahrscheinlicher das die Renditen in den nächsten 25 Jahren näher an den Renditen zwischen 1965 bis 1982 liegen, als an den Renditen der vergangenen 25 Jahre. Es haben in den letzten 7 Jahren die Anleihen die Aktien in der Rendite übertroffen. Und auch im Zeitraum des absoluten Booms von 1998 bis 2000 waren Aktien nur 1 % höher rentiert, als Anleihen. Mit einer erheblich größeren Schwankungsbreite (Risiko) in Aktien als in Anleihen, wie wir alle aus den leidvollen Jahren 2001-3/2003 wissen. Wenn dann noch die Inflation von ca. 3% (real wahrscheinlich mehr) und die Steuern abgezogen werden, sind wir bei einer Null-Rendite mit der Tendenz des Vermögensverlustes in Anleihen und Aktien und anderen Finanz- und Geldwerten.
Viele Pensionspläne sind mit einem Kapital zur Erfüllung der Pensionszusagen unterlegt, das eine 8-9% Rendite für die Zukunft erwartet, um die Pensionsansprüche der Rentner zu bezahlen. Im Lichte dieser momentanen Kapitalmarkt-Renditen also eher eine Hoffnung als realistische Erwartung. Hoffnung ist keine Kapitalanlagestrategie oder sollte es zumindest seriöser Weise nicht sein. Das heißt, dass die meisten Pensionszusagen oder Rentenzusagen unterkapitalisiert sind. Die Firmen müssten erheblich höhere Einlagen tätigen, um die Pensionszusagen realistisch mit Kapital zu unterlegen. Das würde sich auf das Wachstum der Firmen auswirken und damit auf den Ertrag der Firma, der so nötig gebraucht wird, um die hohen Pensionszusagen zu erfüllen. Ein Teufelskreis.
Nun gibt es ja die Idee mit besonders geschickten Anlagestrategien eine Zusatzrendite über der „normalen” Kapitalmarktrendite zu erwirtschaften. Diese Zusatzrendite wird „ Alpha” genannt, die Fähigkeit eines Fondsmanagers (welcher Art Hedge, Immobilien, Aktien, Rohstoffe, CTA usw.) eine zusätzliche Rendite zu erwirtschaften. Dieses Alpha wird inzwischen als eine feste Größe in die Renditeberechnungen eingerechnet, um die weltweit sinkenden Realrenditen auf das für seine Auszahlungsversprechen notwendigen Erträge anzuheben.
Wie aus der Portfolio-Theorie von Harry Markowitz bekannt, ist es auf Dauer nicht möglich, einen Index zu schlagen. Die wenigen Ausnahmen, die es über einen signifikant langen Zeitraum geschafft haben, stehen einer Überzahl von Beispielen gegenüber, die es nicht geschafft haben, wenigsten die Performance des Index z.B. S&P500 oder Russel 2000 zu erwirtschaften, da das aktive Management Kosten verursacht, die der Index nicht hat.
Auch in den Kapitalmärkten ist das einen Freud des andern Leid. „Zero-sum game“.
Wobei die Problematik die Grenzziehung der beitragenden Teilnehmer ist . Dies würde an diese Stelle zu weit führen.
Wenn die Annahme richtig ist, dass es sich um ein zero-sum game bei dem Alpha handelt, abzüglich der Kosten, kann auch nicht mit der zusätzlichen Rendite gerechnet werden, denn keiner weiß, wer zu den glücklichen Gewinnern gehört und wer die Verliererkarte gezogen hat.
In einer Investmentumgebung mit sinkenden Renditen weltweit und verschwindenden Risikoprämien zwischen den verschiedenen Risikoklassen auf der verzweifelten Suche nach etwas mehr Rendite, werden die Überraschungen größer, die die Zukunft für uns in den Karten hält.