Invest 1×1 Weblog

4. September 2007

Inseln der Instabilität - fingers of instabiltiy

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 15:51

Wie kommt es zu großen Kurseinbrüchen oder schlagartigen Umbewertungen von Vermögenswerten?
Dazu gibt es Forschungen aus dem Bereich der Physik.
Es fing an, in dem Sandhaufen, wie sie jedes Kind am Strand aufgehäuft hat, unter Laborbedingungen nachgebildet wurden. Also immer ein Sandkorn auf das andere.
Was ab einer bestimmten Höhe des Sandberges passiert, weiß jeder: Es kommt zu massiven Sandlawinen. Natürlich ist das Anhäufen von Sandkörnern eine langweilige und zeitraubende Angelegenheit, vor allem im Zeitalter der Computertechnik. So wurden Programme entwickelt, die das „Sand Pile” Spiel virtuell ablaufen ließen. (Randbemerkung: Kein noch so gutes Programm kann die Wirklichkeit exakt wiedergeben sondern lediglich näherungsweise.
Das liegt an der Quantengrundstruktur und der daraus resultierenden Unvorhersagbarkeit der Zukunft. Kleinste Unterschiede in den Ausgangsbedingungen können zu großen Unterschieden im Ergebnis führen und sind nicht vorhersagbar.)
Solange die Computerprogramme zufrieden stellende, mit den wirklichen Sandhaufen übereinstimmende Ergebnisse lieferten, ist die Welt auch in Ordnung. Ergebnis der Sandkornzählerei ist, dass sich Inseln der Instabilität bilden, die sich durch einen einzigen Treffer eines Sandkorns in Bewegung setzten und anfangen, zu rutschen andere Inseln der Instabilität treffen und damit einen riesigen Sandrutsch verursachen.
Dies auf die Welt der Börse zu übertragen, ist sicher gewagt und hat den Charme des Bildhaften. Die Inseln der Instabilität sind Stop Orders oder Limit Orders, die im Markt liegen, Kauf- oder Verkaufspunkte von Programmhandel oder einfach Margin- und Kreditlinien, an denen Positionen liquidiert werden, oder Verluststops im Portfolio-Handel. Egal was, es kommt zu kaskadeartigen, sich selbst verstärkenden Effekten, bekannt als der Domino-Effekt; inzwischen zu gigantischen Domino Day-Veranstaltungen ausgebaut.
Was auf der einen Seite Erbauung sein kann, lässt einen, auf die Finanzmärkte übertragen, ein kaltes Schaudern erleben.

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